Was bedeutet Entwicklungszusammenarbeit?

aus http://www.zukunftsstiftung-entwicklungshilfe.de/uber_uns_index.htm

Der Mehrzahl der ihren natürlichen Lebensgrundlagen weitgehend entfremdeten, sich individualisierenden Menschen ist das Verständnis für Natur- und sozialökonomische Zusammenhänge verloren gegangen. Gerade ein solches Verständnis ist jedoch Bedingung einer menschlichen Gesellschaft, die auf der Grundlage einer gerechten Teilhabe aller Menschen an den Gütern der Welt ihre Zukunftsfähigkeit erhalten will.

Aus diesem Grunde bedeutet Entwicklungshilfe heute Entwicklungszusammenarbeit. In einem gemeinsamen Lernprozess sind die Grundlagen zu erarbeiten, um die Ursachen für Armut, Hunger und Not weltweit zu erkennen und auf Dauer zu beseitigen, indem u.a.

bulletMenschen in die Lage versetzt werden, ihre Lebensverhältnisse unter Berücksichtigung der örtlichen Bedingungen und individuellen Bedürfnisse eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu gestalten.
bulletAnsätze gefördert werden, hierarchische Sozialordnungen zu ersetzen durch selbstbestimmte und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe – gerade auch von Frauen – in allen Lebensbereichen.
bulletArbeits- und Lebensverhältnisse gefördert werden, die unter Beachtung ökologischer Notwendigkeiten und auf der Grundlage assoziativer Wirtschaftsbeziehungen dauerhafte Regionalstrukturen gewährleisten.

Ziel ist stets die menschliche Entfaltung der individuellen Persönlichkeit und ihre ideologische sowie wirtschaftliche Freiheit im Sozialganzen. Rahmenbedingungen, Systeme und Investitionen sind nur Hilfsmittel zu diesem Ziel.

Eine so verstandene Entwicklungshilfe bedarf regionaler und globaler Sozialorganismen, in denen im Geistesleben kulturelle Identität gewährleistet ist, Gleichheit im Rechtsleben, sowie Solidarität und Brüderlichkeit als Prinzipien des wirtschaftlichen Lebens.

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s. a. Entwicklungspolitische Konzeption des BMZ (lokale Kopie)

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aus einem früheren Satzungsentwurf:

Der Ausdruck Entwicklungshilfe ist selbst entwicklungsbedürftig, dennoch wird er hier verwendet.

(4) Allgemeine Erläuterung des Begriffs Entwicklungshilfe lt. OFD Köln vom 9.12.1991, S 0171-91-St 133: Ziel der Entwicklungshilfe ist

bulletden Entwicklungsländern zu helfen, ihre Ernährung aus eigener Kraft zu sichern,
bulletinsbesondere im ländlichen Raum den Aufbau einer leistungsfähigen sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur einschließlich des Gesundheits- und Verkehrswesens zu fördern,
bulletdie Umwelt zu schützen,
bulletdie Energieversorgung zu verbessern und
bulletdas Bildungswesen und bevölkerungspolitische Maßnahmen zu fördern.

(5) "Entwicklungshilfe" ist nicht als etwas Einseitiges, als Almosengeben an die armen Zurückgebliebenen im Süden zu verstehen. Man denkt besser an "Entwicklungs-zusammenarbeit", EZA, und wird sich dessen bewußt, daß es auf beiden Seiten Gebende und Nehmende und das eigene Verhalten Verändernde geben muß, um die eine Erde bewohnbar zu erhalten bei Mehrung des Wohls aller. Dies ist nur bei Einbringen des Know-hows beider Seiten möglich und könnte unser Leben im Norden in wirtschaftlicher, kultureller und menschlicher Hinsicht bereichern. Zweck der IKE-Stiftung ist daher auch Völkerverständigung im besten und umfassendsten Sinn des Wortes. Bei den derzeitigen Projekten von IKE spielt Geldtransfer noch eine große Rolle. Nach Besserung der Infrastruktur von Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen in den beiden Ländern soll der Schwerpunkt der IKE-Arbeit bei Unternehmungen liegen, die der Völkerverständigung dienen (nach dem Modell der deutsch-französischen Partnerschaften) und bei den SOS-Kinderpatenschaften. Es sollen Begegnungen initiiert werden, die eine zwischenmenschliche Bereicherung möglich machen und die die moralischen, religiösen und kulturellen Werte mehr in den Vordergrund stellen. Die Entwicklungshilfe von IKE ist aus persönlichen historischen Gründen auf Ecuador und Peru eingegrenzt, damit es überschaubar bleibt.

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