Wasserversorgung für 45 Familien
im Indio-Dorf Shabasnay

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Im Andenhochland von Ecuador müssen Bauernfamilien bis zu 4 Stunden aufwenden, um einen einzigen Kübel Wasser zu ihrem Haus zu bringen. Die nächstgelegene Quelle wird oft von einem Großgrundbesitzer beansprucht.

Mit dem neuen Wassergesetz der Regierung wird aber nun jenen das Wasser zugesprochen, die es zum Trinken benötigen.

Durch die Errichtung einer Wasserleitung von der Quelle zu einem Wasserreservoir beim Dorf wird das Leben dieser Menschen nachhaltig verbessert.

PROJEKT:

Wasserversorgung für 45 Familien im Indio-Dorf Shabasnay

SUPER-MIKRO:

1514

LAND:

ECUADOR

GEBIET:

Provinz Chimborazo

PROJEKTSUMME:

78.799,- öS

PROJEKTPARTNER:

CEAS, Centro de Estudios y Acción Social, Riobamba

PROJEKTLEITER:

Héctor Santos

BETREUUNG:

ENTWICKLUNGSHILFE-KLUB
Anschrift: Postfach 250, A - 1020 Wien
Adresse: Wien 2., Böcklinstraße 44
Telefon: 01/ 720 51 50
Konto: Erste Bank 424-102-700

DATUM:

Juni 1998

INHALT:

bulletDas Dorf Shabasnay
bulletBenötigte Unterstützung
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Das Dorf Shabasnay

Kaltes und rauhes Klima

Das Dorf Shabasnay liegt auf 3.200 Meter Höhe im Andenhochland. Bis nach Alausí sind es 30 Kilometer, bis nach Riobamba, dem Sitz von CEAS, der Partnerorganisation des Entwicklungshilfe-Klubs für dieses Projekt, immerhin 120 Kilometer. Die Straße, die nach Shabasnay führt, ist, wie die meisten in den Dörfern in diesem Gebiet, sehr schlecht. Es gibt immer wieder Erdrutsche durch heftige Regenfälle, die die Straße dann auf längere Zeit unbefahrbar machen. Und so muß man immer damit rechnen, ein gutes Stück zu Fuß zurücklegen zu müssen.

Durch die Höhe bedingt, in der der Ort liegt, herrscht kaltes und rauhes Klima vor. Die Winter sind regnerisch mit sehr viel Nebel.

Armut, aber auch Wille zum Neugestalten

Die Umgebung ist gebirgig und sehr steinig, was die Landwirtschaft sehr erschwert. Daher ist das 1937 gegründete Shabasnay auch eine sehr arme Gemeinde. Das Haushaltseinkommen der Familien ist extrem niedrig und reicht kaum. Besonders die männliche Jugend ist daher gezwungen, sich anderswo Arbeit zu suchen, vorwiegend in Guayaquil – die jungen Männer sind manchmal nur wenige Monate im Jahr im Dorf.

1992 kaufte die Dorfgemeinschaft, die comuna, ein Areal von 67 Hektar Größe, um das Einkommen etwas zu erhöhen. Der dafür notwendige Betrag konnte durch dieses arme Dorf nur unter zusätzlichen großen Entbehrungen aufgebracht werden. Um das Land besser gemeinsam bewirtschaften zu können, wurde damals eine Kooperative gegründet. Die Dorfbewohner bemühen sich, auf das ökologische Gleichgewicht des Landes zu achten.

Shabasnay ist an die öffentliche Elektrizitätsversorgung angeschlossen – es gibt abends also elektrisches Licht (wer es sich leisten kann). Es gibt auch eine Schule im Dorf, in der der Dorflehrer alle Kinder gemeinsam unterrichtet.

Das fehlende Wasser

Durch die Armut und das fehlende saubere Wasser ist der Gesundheitszustand der Menschen in Shabasnay sehr schlecht. Unterernährung, Tuberkulose und durch unsauberes Wasser bedingte Krankheiten sind leider an der Tagesordnung.

Was dringend fehlt, ist genügend sauberes Wasser.

Die Bewohner von Shabasnay traten schon 1994 an CEAS heran, und es wurden damals auch schon die Voruntersuchungen von CEAS durchgeführt (wo ist der günstigste Quellplatz, wie sehen die Eigentümerrechte aus, wo kann man die Rohre legen), aber die Sache zog sich hin. Jetzt soll dieses Projekt durchgeführt und zu einem guten Abschluß gebracht werden.

Durch die neuen Zapfstellen kann vieles anders werden. Wenn es sauberes Wasser gibt im Dorf, kann die Hygiene verbessert werden; das mühsame und anstrengende Wasserholen fällt endlich weg, und auch die Bewässerung eines Gemüsegartens zur Ernährungsverbesserung der Familien wird möglich.

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Benötigte Unterstützung

Jede der 45 Familien im Dorf Shabasnay soll dabei unterstützt werden, Wasser in ihre Gemeinde und bis zu ihrem Haus zu leiten.

Die Projektgelder kommen über die projektleitende Organisation CEAS in Ecuador zum Einsatz.

Kostenaufschlüsselung:

Zapfstelle, Rohre, Pumpe
unqualifizierte manuelle Arbeit
Materialtransport und Planung
CEAS-Wassertechniker
Gesamt

Beitrag der Kirche
Beitrag der Indiofamilien

erbetene Unterstützung
ohne Förderung durch die EU
109.978,- öS
25.920,- öS
20.400,- öS
52.800,- öS
209.098,- öS

-24.500,- öS
-27.000,- öS

157.598 öS

Für alle 45 Familien betragen die Gesamtkosten nach Abzug der von der Ortskirche bereitgestellten Summe und der Eigenleistung der Indiofamilien somit 157.598,- öS.

Da das Projekt von der EU mit 50 Prozent gefördert wird, ist für die Wasserversorgung der 45 in Shabasnay begünstigten Familien aber nur ein Beitrag von 78.799,- öS oder 11.257,- DM erforderlich.

Wir helfen mit, daß auch die Indiofamilien in Shabasnay bald über sauberes Trinkwasser verfügen können und nicht mehr täglich mehrere Stunden für das Wasserholen in einem unwegsamen und zum Teil sehr steilen Gebiet aufbringen müssen.

Eigenleistung der Bauern:

Die Dorfbewohner verrichten alle manuellen Arbeiten wie das Ausheben der Gräben für die Rohre, die Errichtung der Zisterne usw.

Das Wasserkomitee des Dorfes kassiert monatlich von jeder Familie einen bescheidenen Beitrag für Betrieb und Wartung der Anlage.

Alle Familien werden je nach ihren Möglichkeiten einen Teil der Investitionen im Laufe von einigen Jahren refundieren. Diese Gelder werden dann für die Wasserversorgung anderer Dörfer eingesetzt.

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