Wer sind die Bischöfe Kräutler?

... beide aus Koblach/Vorarlberg. Wirkungsstätte: Territorialprälatur Xingu | prelaziadoxingu.com.br/

Erich Kräutler

(1906-1985), Bischof vom Xingu, Onkel und Vorgänger von Erwin Kräutler

Fabian Erik: Erich Kräutlers Lebensbericht
Rezension der dokumentarischen Autobiographie "Menschen am Xingu". DIE FURCHE Nr. 37 vom 10. Sept. 1998

Erwin Kräutler:

1939 geboren, 1958 Matura in Feldkirch und Eintritt in die Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut, Studium in Salzburg, 1965 Priesterweihe, anschließend Missionar am Unteren Xingu und Amazonas. Im Januar 1981 wird er Bischof der flächenmäßig größten brasilianischen Diözese, Xingu, mit rund 350.000 km² und etwa 400.000 Einwohnern, davon 3.500 Indianer.

Sein Einsatz gilt der »Option für die Armen und die kulturell Anderen«. Auf seine Proteste gegen politische, soziale und wirtschaftliche Mißstände reagieren die Verantwortlichen mit eindeutigen Drohungen. 1983 wird er bei einer Solidaritätsaktion mit Arbeitern, denen man monatelang den Lohn vorenthielt, niedergeschlagen, verhaftet und verhört.

Von 1983 bis 1991 Präsident des Indianermissionsrates der Brasilianischen Bischofskonferenz - CIMI. Derzeit von der Generalversammlung des CIMI für das Referat »Internationale Solidarität« beauftragt. Kräutlers Einsatz für die Rechte der indigenen Völker in der Verfassung bringen ihm Diffamierung, Angriffe und Todesdrohungen. 1987 wird er bei einem inszenierten Autounfall schwer verletzt, ein Mitbruder kommt ums Leben.

Als Präsident von CIMI erreicht Kräutler 1988 mit internationaler Unterstützung, vor allem aus Österreich, die Anerkennung der Rechte der Indianervölker in der Verfassung. Seither bemüht er sich um die Durchsetzung dieser in der Konstitution verankerten Rechte. Bei zahlreichen Reden, Vorträgen und Diskussionen im In- und Ausland informiert er die Öffentlichkeit vom Überlebenskampf der indigenen Völker auf dem lateinamerikanischen Kontinent, drängt zum Bewußtseinswandel und zur Verhaltensänderung. Unermüdlich tritt er für die an den Rand gedrückten Menschen ein und fordert gerechte Lebensbedingungen. Seine Sorge gilt auch der Bewahrung der Schöpfung.

Auf Einladung von Bundeskanzler Vranitzky wirkt der Bischof als Berater bei der österreichischen Delegation bei UNCED im Juni 1992 in Rio de Janeiro mit. Als Delegierter der Brasilianischen Bischofskonferenz. (CNBB) nimmt er an der IV. Vollversammlung des Lateinamerikanischen Episkopates im Oktober 1992 in Santo Domingo teil.

Das Wirken des Bischofs wurde mit Preisen und Ehrungen ausgezeichnet:

Erzbischof-Oscar-A.-Romero-Preis (1988), Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz (1989), Dr.-Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte (1991), Ehrendoktorat der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Universität Innsbruck (1992), Dr.-Toni-Ruß-Preis (1992), Doktor der Theologie honoris causa, Theologische Fakultät Luzern (1992), Ehrenbürger von Altamira (Brasilien) (1992), Dr.-Karl-Renner-Preis (1992), Doktor der Theologie honoris causa, Universität Bamberg (1993), Bischof-Kräutler-Preis für Verdienste um die Indígenas Lateinamerikas (1996) u.s.w.

"Wir müssen von unserem ethnozentrischen und euro-zentrischen Denken und Handeln - auch in der Kirche gibt es ein kolonialistisches Gehabe - abkommen und die indianischen Kulturen achten und auf sie Rücksicht nehmen. Es geht nicht darum, diesen Menschen ein abendländisches Glaubenspaket zu übergeben, sondern zunächst einmal darum, in einem solidarischen Mit-Leben zu erfahren, wie sie denken, wie sie selbst sind". ERWIN KRÄUTLER

Bücher:

Dolores Bauer: Strom des Elends, Fluß der Hoffnung. Unterwegs mit Dom Erwin Kräutler. Otto-Müller-Verlag 1989, ISBN 3-7013-0774-1
Erwin Kräutler: Mein Leben ist wie der Amazonas. Otto-Müller-Verlag 1992, ISBN 3-7012-0842-X
Erwin Kräutler: 500 Jahre Lateinamerika - kein Grund zum Feiern. Picus-Verlag 1992, ISBN 3-85452-314-9
Erwin Kräutler: Kirche mit indianischem Antlitz - eine Utopie? Picus-Verlag 1993, ISBN 3-85452-320-3
Kräutler Erwin, Die Nacht ist noch nicht vorüber, Freiburg 1994

Interviews, Reden:

Ein Flecken Erde - Interview mit Bischof Erwin Kräutler
Auf maskierte Christen, dritte Garnituren und Köpfe voll Blei wird Bischof Erwin Kräutler im folgenden Interview zu sprechen kommen, dessen Kernsatz hier schon verraten sei: Die Kirche wird die Landlosen nicht im Stich lassen, heute nicht und morgen auch nicht. alle welt Juli/August 2001

„Ohne uns gäbe es heute keine Indianer mehr“
Gespräch mit Bischof Erwin Kräutler. FURCHE Nr. 26 vom 29. Juni 2000

Interview mit Dom Erwin Kräutler am 21.5.2000 in Ö1

Österreich-Besuch von Bischof Kräutler im Mai 2000
Vom 15. - 21. Mai 2000 besuchte der austro-brasilianische Missionsbischof Erwin Kräutler anläßlich 500 Jahre Brasilien der Einladung von missio Austria und Dreikönigsaktion folgend Österreich.

Interview Bischof Erwin Kräutler: Die Geißel des zweiten Jahrtausends
Südwind Nr. 5, Mai 1999

Interview Bischof Erwin Kräutler: "Daß die Theologie der Befreiung tot sei, ist ein Unsinn"
Kirche Intern Nr. 4 vom April 1999

Kräutler Erwin: Globales Teilen
Weltweite Geschwisterlichkeit als Antwort auf die Globalisierungsfalle. alle welt Mai/Juni 1998

Kräutler Erwin, Schlatte Maja: Für Gerechtigkeit und Amazonien
Mit Bischof Erwin Kräutler sprach Maja Schlatte. Kärntner Kirchenzeitung vom 8. März 1998


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