Notruf Nr. 201 in: alle welt Juli/August 1998, Seite 20

CIMI: Schutzraum für Freiwild

Ohne Kuchen und Kerzen feierte vor einem Jahr die Indianerschutz-Organisation der katholischen Kirche Brasiliens - CIMI - den 25. Geburtstag. 1972 hatten Missionare diese Plattform gegründet, weil sie sich aus ihrem Glauben verpflichtet sahen, den seit Jahrhunderten ausgeplünderten, niedergemetzelten und zum Freiwild erklärten Indianern beizustehen.

Denn: Toten kann man das Evangelium nicht verkünden. Und der Tod lauert überall in Brasilien auf die Ureinwohner des Landes. Wie im Falle von Galdiño Jesus dos Santos, Delegierter vom Stamm der Pataxó, der am 21. April 1997 in den Straßen von Brasilia in Flammen aufging, mit Benzin übergossen und angezündet von betrunkenen Jugendlichen, die sich "nur einen Scherz erlauben" wollten. Oder wenn ganze Völker von Krankheiten niedergestreckt werden, die die Goldgräber einschleppen oder langsam zugrunde gehen, weil Viehzüchter und Holzfäller sich Indianerland einfach aneignen - widerrechtlich und mit brutaler Gewalt.

Widerrechtlich, weil es in Brasilien eigentlich gute Gesetze für Indianer gibt. Nur: sie werden gebeugt und gebrochen von denen, die es sich richten können. In dieser Situation setzt CIMI auf Rechtshilfe:
bulletBeratung von Indianergemeinschaften in Prozessen gegen Großgrundbesitzer;
bulletÜberwachung der Vermessung von Indianerland, wo es immer wieder zu Betrügereien kommt;
bulletAusbildung von Indianern und Missionaren in Rechtsfragen.

Das CIMI-Büro für den Nordosten Brasiliens hat Missio um Hilfe zur Abdeckung der laufenden Kosten (Telefon, Strom, Benzin, Gehälter der Mitarbeiter) gebeten: Damit die Kirche den Indianern weiterhin eine Stütze sein kann.

© 1998 by alle welt

[ Bischof-Kräutler-Preis 1998 ]

horizontal rule

Seiten-Anfang | © chevara-stiftung and ejw | 31.07.2014